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Myasthenie
Die Myasthenia gravis (MG) ist eine Muskelschwäche, die typischerweise
unter Belastung schlechter und in Ruhe wieder besser wird.
Die Ursache liegt in einer gestörten Impulsübertragung von
Nerv zu Muskel und wird in ihrer häufigsten Form, der autoimmunen
MG durch Autoantikörper gegen den nikotinischen Acetylcholinrezeptor
(AchR) an der neuromuskulären Synapse hervorgerufen. Zumindest bei
einem Teil der Patienten besteht ein Zusammenhang mit Erkrankungen der
Thymusdrüse. Die MG ist eine vergleichsweise seltene Erkrankung,
ca. 3 - 10 Menschen pro 100.000 leiden an ihr. Sie kommt in allen Altersgruppen
vor. Pragmatisch unterteilt man die Erkrankung in eine okuläre und
eine generalisierte Verlaufsform. Der Verlauf und die Schwere der Erkrankung
ist individuell sehr unterschiedlich. Die okuläre Form beschränkt
sich auf die äußeren Augenmuskeln einschließlich der
Lidheber und kann zu Doppelbildern und herabhängenden Augenlidern
(Ptose) führen. Häufig sind diese Beschwerden Initialsymptome,
nur in ca. 20% der Betroffenen bleiben die Beschwerden auf die Augenmuskeln
beschränkt. Innerhalb der ersten 2 Jahre nach Krankheitsbeginn entwickelt
sich bei vielen Patienten eine generalisierte Verlaufsform, die dann nicht
nur die Muskulatur der Extremitäten schwächen kann, sondern
auch zu sogenannten bulbären Beschwerden führen kann, die sich
in einer Schwäche der Kau-, Schluck-, Sprech- und Atemmuskulatur
äußert. Bei klinischem Verdacht kann die Diagnose durch eine
elektrophysiologische Untersuchung (Dekrement-Test), einen positiven Auto-Antikörpernachweis
gegen AChR oder eine Muskel-spezifische Rezeptor-Tyrosinkinase (MuSK)
sowie durch Gabe eines Hemmstoffes der Acetylcholinesterase (Tensilon-Test)
gesichert werden.
Therapeutisch werden erfolgreich neben Blockern der Acetylcholinesterase
(Pyridostigmin), das Immunsystem modulierende Therapien (u.a. Kortikosteroide
und Azathioprin) einschließlich der operativen Entfernung der Thymusdrüse
(Thymektomie) eingesetzt. Die Therapie der MG ist individuell sehr unterschiedlich
und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung. Lebensbedrohliche Einschränkungen
der Atem- und Schluckmuskulatur (myasthene Krise) treten bei bis zu 10%
der Patienten auf und können eine intensivmedizinische Betreuung
notwendig machen. Zur Abwendung und Therapie einer myasthenen Krise werden
schnell wirksame immunmodulatorische Verfahren wie Blutwäsche (Plasmapherese)
und Immunglobuline eingesetzt.
Ziel unserer Ambulanz ist neben der diagnostischen Sicherung der Erkrankung
die intensive persönliche Beratung sowie Durchführung einer
gezielten individuellen Therapie, die sich am Verlauf der Erkrankung orientiert.
Beispielsweise beraten wir in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Thoraxchirurgie
der Charité (PD Dr. Jens Rückert) unsere Patienten zur therapeutischen
Option einer Thymektomie. Diese wird im Falle einer positiven Risiko-Nutzen-Abwägung
dann bei gemeinsamer prä- und postoperativer Betreuung durch die
chirurgischen Kollegen vorgenommen.
Zusätzlich führen wir im Rahmen wissenschaftlicher Projekte
Studien durch, die zum besseren Verständnis der Krankheitsmechanismen
sowie zur Erweiterung der therapeutischen Möglichkeit beitragen sollen.
Links
– www.dmg-online.de
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Leiter
Prof. Dr. Andreas Meisel
Kontakt
Tel. +49 30 450 560 026, 450 660 026
Fax +49 30 450 560 942
Email: andreas.meisel@charite
Mitarbeiter
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Dr. Juliane Klehmet
Tel. +49 30 450 539 733
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Tel. +49 30 450 539 723
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Tel. +49 30 450 539 733
Termine
Tel. +49 30 450 560 560
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