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Kurzer Überblick über die Entwicklung der Neurologie
an der Charité
• Vor der Neurologie (1702 –
1840)
• Entwicklung der Nervenheilkunde (1840 –
1933)
• Im Nationalsozialismus (1933 –
1945)
• Neuanfang und Spezialisierung (1949 –
heute)
• Zusammenführung der Neurologischen Kliniken
• Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte der letzten Jahre
• Aktuell
Vor der Neurologie (1702 – 1840)
Neurologische Erkrankungen wurden, solange sie durch einen körperlichen
Mangel gekennzeichnet waren, eher als Allgemeinerkrankungen betrachtet
und als Teil der Inneren Medizin mitbehandelt. Die Unterbringung von Geisteskranken
wurde in Preußen erst durch ein Reglement von 1702 für "irre
und tolle Leute" und eine Kabinettsorder Friedrichs I von 1709 bestimmt.
Berlins erste eigene "Irrenanstalt" ging interessanterweise
aus der Hinterlassenschaft eines Geisteskranken hervor, der 1718 ohne
Erben verstarb. Sein Haus in der Krausenstraße wurde der städtischen
Armenkasse übergeben und als Anstalt für Geisteskranke, Epileptiker,
aber auch Arme und Gebrechliche sowie "liederliche, faule und sich
herumtreibende Personen" am Rande der Gesellschaft eingerichtet.
1798 brannte die Irrenanstalt in der Krausenstraße völlig aus
und ein Teil der Kranken musste in die Charité. Im Flügel
der "Alten Charité" (erbaut von 1785-1800) entstand die
größte Abteilung für "Irre und Wahnwitzige"
im deutschen Raum. Heilversuche mit Krätzeinfektionen, die Zusammenlegung
mit Geschlechtskrankheiten und der damit verbundenen Ansteckungsgefahr,
die fehlende Trennung von ruhigen und unruhigen Kranken sowie der Geschlechter
führte zu chaotischen Zuständen. In dieser Zeit wurde Ernst
Horn (1774-1848) von der Charité Verwaltung 1808 als erster Professor
für Psychiatrie in Deutschland berufen. Obwohl Horn, wie später
Griesinger, der Ansicht war, dass Geisteskrankheiten körperliche
Leiden sind, ist er als glühender Verfechter und "phantasievoller"
Entwickler von aktiven Zwangsmaßnahmen bekannt geworden. Drehstuhl,
Drehbrett, Tretmühle sowie die langfristige Isolation durch Unterbringung
in einem Sack waren grausame und sinnlose Therapieversuche, die schon
damals Anlass für Angriffe gegen Horn boten. Exerzierübungen
mit Holzgewehren und minutiös geplante Tagesabläufe sollten
durch Disziplin und Strenge dem inneren und äußeren Chaos entgegenwirken;
die Kranken wurden wieder nach Geschlechtern eingeteilt, die "Irrenabteilung"
von der Station der Geschlechtskranken getrennt und die ruhigen und unruhigen
"Irren" separat untergebracht. Von 1818 bis 1828 leiteten Neumann
und ab 1828 Carl Ideler unter weitgehender Übernahme der Behandlungsprinzipien
die "Irren-, Deliranten-, Krampfabteilung" der Charité.
Trotz des Umzuges der Abteilung 1834 in die "Neue Charité"
mit nunmehr bis zu 220 Betten für Geisteskranke, besserten sich die
Unterbringungsbedingungen kaum.
Entwicklung der Nervenheilkunde (1840 –
1933)
Man begann durch gezielte Beobachtungen Materialien zu sammeln, und man
erkannte, dass die Erkrankungen des Geistes einen ähnlich charakteristischen
Krankheitsverlauf nahmen wie die inzwischen gut bekannten Infektionskrankheiten
Cholera und Pocken. Eine logische Konsequenz war daher, nach charakteristischen
Veränderungen im Gehirn zu suchen. In diese Situation hinein erfolgten
durch drei Männer die entscheidenden Schritte zur Reformierung der
Verhältnisse. Heinrich-Moritz
Romberg (1795-1873), Leiter der Medizinischen Poliklinik
der Charité, begründete durch die Herausgabe des ersten "Lehrbuch
der Nerven-Krankheiten des Menschen" (1840) eine Neugestaltung der
Medizin, in der der Neurologie neben der Inneren Medizin und Psychiatrie
ein eigener Platz zugewiesen wurde. Wilhelm
Griesinger (1817-1868) leitete zwischen 1865 und 1868
als erster Direktor die kombinierte neurologische und psychiatrische Abteilung
und formulierte in einem klaren Bekenntnis das Dogma der neuen Generation
von ´Irrenärzten´: "Geisteskrankheiten sind Hirnkrankheiten”.
Er konzipierte damit in Berlin eine neue Form der "Irrenanstalt",
die nun mehr einem Krankenhaus als einem Gefängnis glich. Sein Schüler
und Nachfolger Carl
Westphal (1833-1890) war als erster ordentlicher Professor
für Neurologie/Psychiatrie (1874) für die Einführung der
Nervenheilkunde zum Lehrfach verantwortlich. Seine Name ist unter anderem
mit der Entdeckung und Beschreibung des Kniesehnenreflexes des Edinger-Westphal
Kernes, der Pseudosklerose (Morbus Wilson) und der Forschungen zu Erkrankungen
des Rückenmarks verbunden.
Nachdem also Romberg wenige Jahre zuvor erstmalig die Umrisse einer unabhängigen
Neurologie skizziert hatte, versuchte der ebenfalls aus der Inneren Medizin
hervorgegangene Griesinger die Neurologie in die Psychiatrie einzuführen.
Die Zugehörigkeit der Neurologie zur Psychiatrie oder Inneren Medizin
bzw. deren Eigenständigkeit war in den folgenden Jahrzehnten ein
heftig und kontrovers diskutiertes Thema der deutschen Universitätspolitik.
Berlin entwickelte sich in dieser Zeit neben Paris, Wien und München
zu einem der Zentren neurologisch/psychiatrischer Forschung in Europa.
Carl
Wernicke (1848-1905) und Hermann
Oppenheim (1858-1919) sind die wohl bekanntesten Mitarbeiter
Westphals und Vertreter einer neuen Generation von auch neuropathologisch
arbeitenden Neurologen, die sich in besonderer Weise der Korrelation morphologischer
Veränderungen im Nervensystem mit klinischen Symptomen widmeten.
Carl Wernicke war nur kurze Zeit als Assistenzarzt in der Charité
tätig und musste nach einem Streit mit der Direktion die Klinik verlassen.
Er ist ein Vertreter der Lokalisationslehre und sein Name ist untrennbar
mit der Sprachforschung verbunden (Wernicke-Aphasie). Hugo
Liepmann hat als Wernicke-Schüler das Krankheitsbild
der Apraxie beschreiben und habilitierte 1901 an der Charité. Westphals
Oberarzt Hermann Oppenheim schuf mit seinem Lehrbuch der Nervenkrankheiten
ein Standardwerk der modernen Neurologie. Es diente in vielen Auflagen
neben Charcot´s Sammlung von Vorlesungen und Gower´s Lehrbuch
für beinahe ein halbes Jahrhundert als das Referenzwerk für
Neurologen und Psychiater.
Oppenheim hoffte als kommissarischer Leiter der Klinik auf die Berufung
als Westphals Nachfolger. Allerdings hatte Oppenheim durch seine Theorie
zur traumatischen Neurose (Lehrbuch 1889: "Die traumatischen Neurosen
nach den in der Nervenklinik der Charite in den letzten 5 Jahren gesammelten
Beobachtungen") stark polarisiert und nicht nur Anhänger im
Lager der Neurologen gefunden. Außerdem konvertierte er im Gegensatz
zu Romberg nicht zum christlichen Glauben und wurde wohl auch auf Grund
seiner jüdischen Herkunft in seiner weiteren Karriere so behindert,
dass er sich entschloss, 1891 eine eigene und sehr erfolgreiche Poliklinik
zu gründen. Aus Straßburg wurde der ebenfalls neurologisch
orientierte Ordinarius Friedrich Jolly an die Charité berufen.
Dieser erreichte nun endlich den Bau einer eigenen Psychiatrischen-
und Nervenklinik, die nach den Plänen von Griesinger
aus einem neurologischen und einem psychiatrischen Teil bestehen sollte.
Das Gebäude zeichnete sich schon damals durch seine großzügige
Architektur aus und ist auf dem Campus als "Alte Nervenklinik"
bekannt und nach wie vor Zentrum der neurologischen und psychiatrischen
Aktivitäten in der Charité. Jolly, dessen wissenschaftliche
Akzente auf dem Gebiet der Neurologie und Neuropsychologie lagen, verstarb
1904 als das Gebäude grade bezogen wurde. Theodor Ziehen leitete
die Klinik nur bis 1912, nahm dann einen Lehrstuhl für Philosophie
an und wurde von Karl
Bonhoeffer abgelöst. Der Wernicke Schüler
Bonhoeffer (1868-1948) hat sich als Kliniker mit psychiatrischer Orientierung
durch die Darstellung der Alkoholpsychosen und symptomatischen Psychosen
einen internationalen Ruf erworben. Aus seiner Schule gingen unter anderem
der Neurologe und Neuropathologe Hans Creutzfeldt (1885-1964), der Neurochirurg
Edmund Forster(1878-1933) und die Neurologen Franz Kramer(1878-1967) hervor.
Im Nationalsozialismus (1933 –
1945)
Der Name Bonhoeffer steht vor allem durch den Sohn Dietrich und den Schwiegersohn
Hans von Dohnanyi und deren Vorbereitung des Attentates auf Hitler vom
20.07.1944 für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Karl
Bonhoeffer selbst hat zwar einerseits diesen Widerstand gebilligt und
war gegen das Euthanasieprogramm eingestellt, andererseits gab es eine
aktive Beteiligung an den Sterilisationsprogrammen der Nationalsozialisten.
Im Exodus ab 1933 mussten eine Reihe bedeutender jüdischer Wissenschaftler,
Neurologen und Psychiater wie z.B. Paul Schuster, Franz Kramer, , Erwin
Straus, Arthur Kronfeld, Kurt
Goldstein, Robert Hirschfeld, Max
Bielschowski die Berliner Universität verlassen
und emigrierten zumeist in die USA, nach England und Kanada. Nach Karl
Bonhoeffers Emeritierung 1938 wurde ein Mitglied der NSDAP und der SS,
Max
de Crinis (1889-1945), neuer Leiter der Klinik. De Crinis
war einflussreichster Nationalsozialist im Establishment der deutschen
Psychiatrie. Er war ein Protagonist der "Aktion Gnadentod" vom
Anfang bis zum Ende. Dieses Programm hatte zum Ziel, geistig Behinderte
umzubringen und es wird vermutet, dass De Crinis die Worte in Hitlers
Ermächtigungsschreiben vom 1. September 1939 zur Euthanasieaktion
formuliert hat. 1939 wurde er dann auch von Hitler mit dem Eisernen Kreuz
ausgezeichnet; 1945 entzieht sich De Crinis durch Selbstmord der drohenden
Verhaftung.
Neuanfang und Spezialisierung (1949 – heute)
Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Bonhoeffer Schüler
Rudolf Thiele von 1949-1957 die Leitung der Nervenklinik und machte sich
vor allem durch Wiederaufbau und Neuorganisation verdient. Mit Karl Leonhard
wurde dann 1957 ein Psychiater und Neurologe berufen, der besonders durch
und die bislang differenzierteste Klassifikation der endogenen Psychosen
nach nosologischen Kriterien für internationales Renommé sorgte.
Darüber hinaus hat Leonhard ein vielfältiges Werk zu unterschiedlichen
psychologischen, psychotherapeuthischen und biopsychologischen Themen
verfasst und eine Klassifikation des menschlichen Ausdrucks hinterlassen,
die Mienen, Gesten und Phone nach inhaltlichen Kriterien ordnet. Obwohl
vorwiegend als Psychiater bekannt, vertrat Leonhard fachlich alle Abteilungen
der Nervenklinik. Nach Leonhard übernahm der spätere Leiter
der Abteilung Gesundheitspolitik beim Zentralkomitee der SED, Karl Seidel
von 1970-1978 die Leitung Nervenklinik. Er trat wenig als Kliniker oder
Wissenschaftler in Erscheinung, nutzte jedoch geschickt seine politischen
Verbindungen, um eine weitere Modernisierung der Nervenklinik zu bewirken.
Es entstand so die ersten Abteilung für Computertomographie innerhalb
der Neurologie in der DDR. Bereits 1927 gab es eine Neuroradiologischer
Abteilung in der Myelographien und Ventrikulographie durchgeführt
wurden. Ab 1962 leitete Dagobert Müller, seit 1972 Rüdiger Lehmann
die Neuroradiologische Abteilung. Unter Planitzer wurde das erste Computertomographiegerät
der DDR betrieben. Es kam zu einer weiteren Spezialisierung der Neurologie/Psychiatrie
in Fachabteilungen für Gerichtspsychiatrie, Neuropathophysiologie,
Kinderneuropsychiatrie und Arbeitsgruppen zur Neuroanatomie, Elektroenzephalographie,
Elektromyographie sowie der Psycho- und Physiotherapie. Mit Heinz A.F.
Schulze folgte 1978 ein Schüler von Karl Leonhard und Oskar Vogt,
der bis 1987 der Klinik als Direktor vorstand, während die einzelnen
Abteilungen durch eigene Leiter fachlich vertreten wurden. Ab 1989 wurden
dann selbstständige Lehrstühle für Neurologie, Psychiatrie
und Kinder- und Jugendpsychiatrie eingerichtet. Der Leiter der Kinder
und Jugendpsychiatrie Klaus-Jürgen Neumärker war dann zunächst
Direktor und Nachfolger von Heinz A.F. Schulze, während die Neurologie
bis 1992 von Hans Kölmel und die Psychiatrie bis 2002 von Ralf Uebelhack
kommissarisch geleitet wurden. Seit 2002 ist Andreas Heinz Leiter der
Psychiatrie.
Zusammenführung der Neurologischen Kliniken
Die Neurologische Klinik der Charité wurde seit 1993 von Karl Max Einhäupl geleitet. Durch die Zusammenführung von Charité und Universitätsklinikum Rudolf Virchow unter dem gemeinsamen Namen Charité wurde 1995/96 ein wesentlicher Zweig der Berliner Universitätsneurologie integriert. Der Lehrstuhl für Neurologie war 1973 am Universitätsklinikum Charlottenburg der FU begründet worden und wurde bis 1988 von Dieter Janz geleitet, der als Epileptologe vor allem generalisierte Epilepsien bearbeitete. Von 1989 bis 1992 führte Dieter Schmidt, ebenfalls ein Epileptologe, die Abteilung. Zwischen 1992 und 1995 übernahm der Basalganglien-Experte Werner Poewe die kommissarische Leitung der Klinik, bevor er das Ordinariat in Innsbruck übernahm. Seit 1995 werden beide neurologischen Standorte, Charité Mitte und Virchow Klinikum vom Karl Max Einhäupl geleitet.
Die Klinik und Poliklinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie der Freien Universität Berlin war 1969 am Universitätsklinikum Steglitz (ab 1994: UKBF) unter Leitung von Hans Schliack eröffnet worden, der 1972 dort auch die erste ordentliche Professur für Neurologie als eigenständiges Fach an den Berliner Universitäten übernahm. Nachdem Hans Schliack 1977 einem Ruf an die Medizinische Hochschule Hannover folgte, wurde die Klinik kommissarisch zunächst von Roland Schiffter geleitet. Mit der Besetzung des Lehrstuhls für Neurologie durch Peter Marx begann die langfristige inhaltliche Prägung der Neurologie am UKBF mit neurovaskulärer Ausrichtung, die u.a. 1996 zur Gründung einer der ersten zertifizierten Stroke Units in Deutschland führte. Hinzu traten die DFG-Forschergruppe "Kortikale Plastizität" sowie das DFG-Graduiertenkolleg "Klinische und Kognitive Neurowissenschaft".
Nach Eremitierung von Peter Marx im Jahre 2004 wurden die Neurologischen Kliniken aller drei Standorte durch den verbleibenden Lehrstuhl für Neurologie von Karl Max Einhäupl zusammengeführt. Die klinische Leitung der Neurologie am CBF übernahm Arno Villringer, der bis zu seiner Berufung als Direktor am Leipziger MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften das Berliner Neuroimaging Center sowie die Excellence Graduate School Mind and Brain initiierte. Anfang 2008 übernahm Matthias Endres die klinische Leitung am Standort in Steglitz und eröffnete als Direktor des Schlaganfallszentrums das 3Tesla MRT direkt neben der Stroke Unit im CBF.
Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte der letzten Jahre
Seit 1999 fördert die Hermann und Lilly Schilling Stiftung die neu gegründete Abteilung für Experimentelle Neurologie und den dazu gehörenden Lehrstuhl für klinische Neurowissenschaften. In enger räumlicher, personeller und inhaltlicher Verzahnung mit der Neurologischen Klinik widmet sich die Abteilung unter der Leitung von Ulrich Dirnagl insbesondere der Schlaganfallforschung, der Erforschung der Mechanismen der Regulation der Hirndurchblutung, sowie der Etablierung und Validierung von funktionellen und molekularen hirnbildgebenden Verfahren. Die Abteilung für Experimentelle Neurologie war zentral an dem DFG-Sonderforschungsbereich 507 'Rolle nicht-neuronaler Zellen bei neurologischen Erkrankungen beteiligt (Sprecher Einhäupl, dann Dirnagl), und der Nukleus für die Etablierung des Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin (Leitung: Matthias Endres und Ulrich Dirnagl), welches seit diesem Jahr als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) durch das BMBF gefördert wird.
Als weitere Forschungsschwerpunkte etablierte die Arbeitsgruppe Neurophysik unter Leitung von Gabriel Curio, die neuromagnetische Messtechnik (mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin), das Berliner EEG-basierte Brain-Computer Interface (mit der TU Berlin) sowie die Koordination der Charité-Projekte im Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin. In der ersten Runde der Exzellenzinitiative wurde die Graduiertenschule „Mind and Brain“ bewilligt; sie wird von Arno Villinger und Michael Pauen geleitet. Sie ist eine gemeinsame Initiative der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Lebenswissenschaften. Im Jahr 2008 wurde gemeinsam mit anderen neurowissenschaftlichen Einrichtungen im Rahmen der Exzellenzinitiative der Forschungs-Cluster NEUROCURE gegründet.
Aktuell
Seit dem 1. September 2008 nimmt Karl Max Einhäupl das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Charité wahr. Als Nachfolger und Klinikdirektor wurde Matthias Endres berufen. Ständige Vertreter an den Standorten sind Stephan Brandt an dem Hauptstandort in Berlin Mitte und Christoph Ploner am Standort CVK und Gabriel Curio am Standort CBF.
Die auch betriebswirtschaftlich erfolgreiche Klinik hat insgesamt über 100 Betten (einschließlich einer eigenen neurologischen Intensivstation und drei Strokeunits). Klinisch wird das gesamte Spektrum neurologischen Erkrankungen abgedeckt und in den Hochschulambulanzen beispielsweise jährlich über 16.000 Patienten versorgt. Im Rahmen von über 20 Spezialsprechstunden werden hier klinische Versorgung und hochschulmedizinische Aufgaben von Forschung und Lehre verbunden.
Mit 1700 Publikationen in den letzten zehn Jahren und der jährlichen Einwerbung von 5 Millionen Euro, meist öffentlicher Drittmittel, ist die Klinik für Neurologie aktuell die forschungsstärkste Einrichtung an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.
Quellen
1. 250 Jahre Charite Berlin. (1969) Jubiläumsheft der Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung. VEB Gustav Fischer Verlag. Jena
2. Diepgen P und Rostock P (Hrsg.) (1939) Das Universitätsklinikum in Berlin. Seine Ärzte und seine wissenschaftliche Leistung 1810–1933. Verlag von Johann Ambrosius Barth. Leipzig.
3. Brandt SA (1998) Lokalisation: die Landkarte des Gehirns. In: Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin. Streiflichter aus der Geschichte der Hirnforschung in Berlin (Hrsg.: Kettenmann & Rudolf). Eine Ausstellung anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27. Juni -10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité
4. Brandt SA (1998)Kursabweichungen: Das kranke Gehirn. In: Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin. Streiflichter aus der Geschichte der Hirnforschung in Berlin (Hrsg.: Kettenmann & Rudolf). Eine Ausstellung anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27. Juni -10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité
5. Historisches und Aktuelles aus Psychiatrie und Neurologie (1968) Aus der wissenschaftlichen Zeitschrift der HU zu Berlin.
6. Holdorff B & Winau R (2001) Geschichte der Neurologie in Berlin.
De Gruyter, Berlin.
7. Jasper H (1991) Maximilian de Crinis (1889-1945): Eine Studie zur Psychiatrie im Nationalsozialismus. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin in und der Naturwissenschaften. Matthiesen Verlag, Heft 63.
8. Kolle K. (1970) Große Nervenärzte Band I. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
9. Leonhard K (1960) Über die Geschichte der Nervenklinik der Charite. Z. f. ä. F. Heft 9.
10. Neumärker K-J (1994) Carl Wernicke und Karl Kleist. Zwei Biographien – eine Richtung in ihrer Entwicklung. Fundamenta Psychiatrica.
11. Neumärker K-J (1988) Der Exodus von 1933 und die Berliner Neurologie und Psychiatrie. Charité Annalen Bd. 8.
12. Richter J (1986) Die Emanzipation der Neurologie zur eigenständigen Wissenschaftsdisziplin- Eine vergleichend historische Analyse des Verhältnisses zwischen Neurologie und Psychiatrie. Akademie der Wissenschaften der DDR. Heft 52
13. Seidel M (1990) Nationalsozialistische Gesundheitspolitik und die Themen der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie zwischen 1933 und 1945. Aus Neumärker, Seidel, Janz, Kölmel (Hrsg.) Grenzgebiete zwischen Psychiatrie und Neurologie. Springer
14. Schliack H & Hippius H. (1998) Nervenärzte – Biographie.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
15. (siehe auch www.charite.de/neurologie)
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Impressum
Stephan A. Brandt unter Mitarbeit von Rolf Zschenderlein, Jose Valdueza,
und Thomas Lempert.
Dieser Text ist in Teilen auch als Kapitel eines Ausstellungskataloges
erschienen:
Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin. Streiflichter aus der Geschichte
der Hirnforschung in Berlin (Hrsg.: Kettenmann & Rudolf). Eine Ausstellung
anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27.
Juni -10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité
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