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Arbeitsgruppe Kognitive NeurophysiologieDie Erkennung visueller Objekte ist eine Fähigkeit des menschlichen Gehirns, die für jeden von uns mühelos abläuft. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind bislang jedoch nur unzureichend verstanden. Dafür liefern die Probleme bei der Entwicklung von künstlichen Systemen, die visuelle Funktionen realisieren sollen (z.B. Systeme zur Überwachung und Personenerkennung) ein anschauliches Beispiel. Unsere Arbeitsgruppe untersucht im visuellen System des Menschen unterschiedliche Mechanismen, die bei der Objekterkennung eine Rolle spielen. Dazu gehört die Selektion verhaltensrelevanter Information (Aufmerksamkeit), die Speicherung bzw. der Abruf dieser Information (Gedächtnis), deren Interaktion und schließlich die Erkennung selber. Unser besonderes Interesse gilt der Gesichtererkennung, als einem Paradebeispiel für die Perfektion der beschriebenen visuellen Mechanismen. In verschiedenen Projekten untersuchen wir die Gesichtererkennung bei unauffälligen Probanden. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit Personen, bei denen wahrscheinlich von Geburt an eine selektive Gesichtsblindheit (Kongenitale Prosopagnosie) besteht. Hier besteht eine enge Kooperation mit Dr. Martina und Dr. Thomas Grüter, Münster (www.prosopagnosie.de) und mit Prof. Dr. Claus-Christian Carbon, Universität Bamberg (www.experimental-psychology.com). Neben der Teilnahme an wissenschaftlichen Studien bieten wir Betroffenen eine umfassende neurologische Untersuchung, sowie speziell in unserer und den kooperierenden Arbeitsgruppen entwickelte neuropsychologische Verfahren an, um das Vorliegen einer Kongenitalen Prosopagnosie abzuklären. Diese Untersuchungen können sowohl in unserer Spezialambulanz als auch stationär durchgeführt werden. Störungen des Gedächtnisses sind Kernsymptome bei Patienten mit Demenzen (Bsp. Morbus Alzheimer), die wir klinisch und wissenschaftlich in unserer Spezialambulanz betreuen. Dabei werden die Patienten einerseits in klinische Therapiestudien eingebunden, andererseits soll die Analyse kognitiver Störungen Aufschluss über zugrundeliegende Mechanismen geben und zu verbesserter Diagnostik beitragen. Wir benutzen in erster Linie elektrophysiologische Methoden (Elektro- (EEG) und Magnetoenzephalographie (MEG)) in Kombination mit verhaltensexperimentellen und neuropsychologischen Ansätzen. Ausgewählte PublikationenCarbon CC, Grueter T, Grueter M, Weber JE, Lueschow A (2009)Dissociation of facial attractiveness and distinctiveness processing in congenital prosopagnosia. Visual Cognition, in press. Carbon CC, Grueter T, Weber JE, Lueschow A (2007)Faces as objects of non-expertise: Processing of Thatcherised faces in congenital prosopagnosia. Perception 36: 1635-1645. Deffke I, Sander T, Heidenreich J, Sommer W, Curio G, Trahms L, Lueschow A. (2007)MEG/EEG sources of the 170-ms response to faces are co-localized in the fusiform gyrus. Neuroimage 35:1495-501. Lueschow A, Sander T, Boehm SG, Nolte G, Trahms L, Curio G (2004)Looking for faces: Attention modulates early occipitotemporal object processing. Psychophysiology 41: 350-60. |
Mitarbeiter Dr. Andreas Lüschow Dipl.-Phys. Joachim Weber Beate Benjamin, Dipl.-Psych. Katja Hesse-Paland, Dipl.-Psych. Hannes Tiedt Katharina von Laer |
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